Eintrübung der Konjunkturerwartung

AMB_201403_01_BarometerDas AssetManagerBarometer trübt sich auch den dritten Monate in Folge leicht ein. Nach 67,3 Punkten im Februar sinkt der Stand zur Einschätzung der aktuellen Lage um 4,4% auf nur noch 64,3 Punkte. Noch stärker sinkt die Prognose für die kommenden zwölf Monate, die um 6,5% auf nur noch 70,8 Punkte zurückgehrt – nach 75,7 Punkten im Vormonat. Allerdings liegt die Prognose damit immer noch deutlich über dem aktuellen Stand, so dass eine freundliche Entwicklung auf Jahressicht erwartet werden kann. Der AMB-Stand ist damit auf das Niveau des 4. Quartals 2013 zurückgefallen, nachdem er zum Jahresbeginn deutlich gestiegen war.

AMB_201403_02_Stand  AMB_201403_03_Prognose

DAX 10.000 in 2015?

Die leicht gedämpften Konjunkturerwartungen gehen mit einer etwas niedrigeren Einschätzung zum Potential des DAX einher. Die erwartete relative Veränderung zum Stand von 9.692 Punkten Anfang März ist auf 4,9% auf Jahressicht gesunken; nach 6,1% im Vormonat. Dennoch bedeutet dieser Anstieg erstmals beim AMB einen prognostizierten DAX-Wert von über 10.000 Punkten (genau: 10.163). Beim Gold steigt der erwartete Zugewinn trotz der jüngsten Verteuerung auf 3,8% auf Sicht von zwölf Monaten. Beim Dollar halten sich die Aufwertungserwartung des Euro aufgrund des hohen deutschen Exportüberschusses und der durch das Tapering der US-Fed erwarteten USD-Aufwertung die Waage. Die Prognose liegt bei plus minus 0%.

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Hohe Erwartungen an europäische Blue Chips

Die Erwartungen bei den Aktienindizes verfestigen sich. Auch den dritten Monat in Folge liegt der EuroStoxx mit 157 (Februar: 144) Punkten unangefochten an der Spitze. Den zweiten Platz erobert diesmal der Nikkei mit 100 Punkten (Vormonat 113) knapp vor dem deutschen Leitindex DAX mit 95 Punkten, der sich um 21 Punkte verschlechtert, der damit den MDax, Hang Seng, S&P 500 und den Bovespa auf die Plätze verweist. Am wenigsten Potential wird dem TecDax zugetraut, der nur 11 Punkte erhält und damit einen neuen Negativrekord aller Indizes aufstellt.

AMB 02/2014: Aktienindizes
Aktienranking 02/2014
AMB_201403_07_Aktienranking
Aktienranking 03/2014

 

Aktienindizes 03/2014 Vormonat
DAX 30 102 116
MDax 96 103
TecDax 12 33
EuroStoxx 162 144
S&P 500 81 83
Nikkei 225 105 113
Hang Seng 86 53
Bovespa 77 31

AMB 02/2014: Tapering

Das Tapering bewegt die Märkte und die deutschen Vermögensverwalter. Die amerikanische Federal Reserve (FED) hat im Dezember damit begonnen, ihre Anleihekäufe schrittweise zu reduzieren (Tapering). Sollte es in diesem Tempo weitergehen, lägen die Anleihekäufe im Sommer bei Null. Drei von fünf Befragten erwarten sowohl für die USA als auch Europa mit jeder weiteren Reduktion neue Verwerfungen auf den Aktien- und Devisenmärkten (61 bzw. 62%), wenngleich schwächer werden. Für die USA (Europa) erwarten 16% (12%), dass diese Reaktionen auf jede weitere Ankündigung unvermindert heftig bleiben werden. Rund jeder Siebte (14 bzw. 16%) erwartet gar keine Auswirkungen. Für die Schwellenländer sind die Auswirkungen deutlich stärker: 33% erwarten für diese Ländergruppe, dass die Reaktion unvermindert stark bleibt, 55% erwarten dass sie schwächer wird, aber nur 8% glauben, dass es keine weiteren Verwerfungen geben wird.

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AMB 02/2014: EBA-Stresstest

Der EZB-Stresstest wird laut Vermögensverwaltern keine ähnliche Schockwirkung entfalten wie der Stresstest 2011.  Die European Banking Authority (EBA) hat am 29. Januar die endgültigen Kriterien für den Europa-weiten Banken-Stresstest bekanntgegeben. Demnach wird der Mindestwert für das Eigenkapital auf 8% (hartes Kernkapital, CET1) im Basis-Szenario festgelegt und der Wert im Szenario unter Stress (adverse scenario) von 4,5% auf 5,5% erhöht. Beim letzten EBA-Stresstest fehlten deutschen Banken „nur“ 13,1 Mrd. Euro, den europäischen Banken insgesamt 113 Mrd. Euro. Für den Stresstest 2014 erwarten die Wirtschaftsprüfer von PwC, dass Europas Banken bis zu 280 Mrd. Euro an Eigenkapital fehlen könnten. Trotz eines bis zu zweieinhalb Mal so hohen erwarten Rekapitalisierungsbedarfs sagen 72%, dass damit keine erneute Bankenkrise in Europa bevorsteht. Nur jeder Sechste (17%) stimmt dieser Aussage zu. Die Vermögensverwalter sprechen sich dabei auch für weitere Kapitalerhöhungen aus (die selbst Anshu Jain nicht ausgeschlossen hat) und vor allem eine „Reduktion der risikogewichteten Aktiva“ – was eine Verringerung der Gesamtkreditsumme bedeutet und in der Euro-Peripherie (aber auch in Deutschland) die wirtschaftliche Dynamik abschwächen könnte.

AMB 02/2014: Stresstest
AMB 02/2014: Stresstest

AMB 02/2014: Konjunktur

AMB_201402_01_Barometer
AMB 02/2014: Historie

Das Asset Manager Barometer muss im Februar erneut einen leichten Dämpfer hinnehmen. Nach dem Höchststand von 69,25 Punkten im Vormonat werden es mit 67,3 Punkten diesmal nur so viele wie im Dezember. Markantester Unterschied ist jedoch die deutlich höhere Prognose, die mit 75,7 Punkten nahe am Höchststand des Januar von 78,5 bleibt. Ende 2013 lagen die Aussichten mit 68,6 und 70,8 Punkten im Dezember und November deutlich niedriger. Auch an der Abbildung lässt sich bereits sehen, dass es einen deutlichen Aufwärtstrend seit Sommer letzten Jahres gibt.

AMB_201402_02_Stand
AMB 02/2014: Stand
AMB_201402_03_Prognose
AMB 02/2014: Prognose

 

 

 

 

AMB 02/2014: Kapitalmärkte

Die Aussichten für den DAX bewerten die Asset Manager im Februar erneut leicht positiver. Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten sie einen Anstieg von 6,0% auf rund 9.863 Punkte – vom heutigen DAX-Stand aus gemessen wären es rund 200 Punkte weniger als noch vor einer Woche. Für Gold wird wieder ein stäkerer Anstieg von 2,7% erwartet, was einem Goldpreis von 1.287 USD je Feinunze entspräche. Die Aufwertungserwartungen des Dollar infolge des Tapering der US-FED liegen bei 1,2% auf Jahressicht. Fast die Hälfte (47%) der Teilnehmer erwartet eine Aufwertung im Bereich von 5% – in den Vormonaten waren die Erwartungen deutlich weniger konzentriert, sondern noch deutlich breiter gestreut.

AMB 02/2014: Gold
AMB 02/2014: Gold
AMB 02/2014: US-Dollar
AMB 02/2014: US-Dollar (- Dollar wertet gegenüber dem Euro auf, + Dollar wertet ab)
AMB 02/2014: DAX
AMB 02/2014: DAX

AMB 02/2014: Aktienindizes

Im Februar bleibt erstmals nicht nur der Spitzenreiter (EuroStoxx 50) konstant, sondern das gesamte Podium. Weiter vorne liegt der EuroStoxx mit 141 Punkten (140 im Januar), die allerdings vor allem aus einer guten Bewertung auf dem 2. und 3. Rang herrührt. Zweiter bleibt der Nikkei, verliert allerdings von 131 auf 115 Punkte, bleibt aber Spitzenreiter der Kategorie „1. Rang“. Der DAX landet mit 114 Punkten knapp dahinter und hält sein Vormonatsniveau genauso wie der S&P (85 Punkte). Deutlich rutschen der Hang Seng (-28 Punkte) und der Bovespa (-20 Punkte) ab.

AMB 02/2014: Aktienindizes
AMB 02/2014: Aktienindizes
AMB 01/2014: Aktienindizes
AMB 01/2014: Aktienindizes

 

 

Aktienindizes 02/2014 Vormonat
DAX 30 116 115
MDax 103 69
TecDax 33 26
EuroStoxx 144 140
S&P 500 83 85
Nikkei 225 113 131
Hang Seng 53 82
Bovespa 31 52

Asset Manager Barometer startet im Juli 2013

Asset Manager BarometerDas Wochenmagazin BÖRSE ONLINE hat in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsberatung FinComm das Asset Manager Barometer entwickelt.

Wir möchten Vermögensverwalter zukünftig regelmäßig einmal im Monat zur wirtschaftlichen Lage und zu ihren Markterwartungen befragen. Die Ergebnisse werden nach wissenschaftlichen Kriterien anonym ausgewertet, journalistisch aufbereitet und prominent in unseren Medien erscheinen. Darüber hinaus werden einzelne Statements in den entsprechenden Artikeln in Print und auf unseren Webseiten www.fincomm.de und www.boerse-online.de zitiert.

Es freuen sich auf die Zusammenarbeit

Dr. Frank-B. Werner   Dr. Elmar Peine  Thomas Schmidtutz
Chefredakteur Inhaber Ressortleiter
BÖRSE ONLINE FinComm BÖRSE ONLINE