AMB 07/2014: „Immobilienaktien als Alternative“

Nach dem leichten Knick im Mai schätzen führende deutsche Vermögensverwalter die derzeitige Lage in Deutschland zum zweiten Mal in Folge wieder positiver ein. Vor allem der Ausblick auf die nächsten zwölf Monate fällt deutlich besser aus.

Von Wolfgang Ehrensberger, BÖRSE-ONLINE (Link zum Originalartikel)

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Empfehlungen für die private Immobilienanlage

Die Frage nach der richtigen Anlage in Immobilien ist für die Vermögensverwalter eindeutig: 7 von 10 empfehlen eine Anlage in Immobilien zur Eigennutzung. Als Kapitalanlage eignen sich einzelne Objekte aus Sicht von 34% der Befragten, knapp vor Anlagen in Immobilien-ETFs oder Real Estate Investment Trusts (sog. REITs, 31%). Deutlich weniger aufgeschlossen sind die Asset Manager Immobilienfonds. Zwar empfiehlt jeder Fünfte offene Immobilienfonds, von geschlossenen Fonds wird allerdings abgeraten (0%). Auf eine Anlage in Immobilien gänzlich zu verzichten, empfehlen nur 11% der Befragten. Als Alternative Anlageform eignen sich aus Sicht der Befragten auch Aktien von Immobiliengesellschaften, die sowohl auf der Vermietungsseite als auch auf der Verkaufsseite von der aktuellen Immobilienhausse profitieren.

Mehrheitlich steigende Immobilienpreise in Deutschland erwartet

Die Erwartungen bezüglich der Immobilienpreise auf Sicht von fünf Jahren und mehr sind deutlich zweigeteilt. Eine Mehrheit der Befragten (63%) erwartet weiter steigende Preise,  wenngleich keine stark steigenden Preise (0%). Allerdings sieht rund ein Viertel der Befragten deutliches Potenzial nach unten. 20% erwarten eher sinkende Immobilienpreise in Deutschland und 3% sogar stark fallende Preise. Die Kommentare deuten auf eine Zweiteilung hin: Während in Ballungsgebieten wie Berlin,  Hamburg,  München,  Köln,  Düsseldorf und Frankfurt mit weiter steigenden Bewertungen gerechnet wird,  sehen die Vermögensverwalter im Durchschnitt keine Anzeichen für eine Blasenbildung. Der aktuelle Markt biete auch Chancen,  sich von unrentablen Projekten zu trennen.

AMB_201407_08_Immobilienpreise
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Chinesischer Hang Seng vor Comeback?

Der Index-Vergleich wird auch im Juli vom EuroStoxx dominiert. Mit der jeweils höchsten Zustimmungsquote auf dem 1. Rang (20,6%) sowie 2. (37,0%) und 3. Rang (29,2%) ist die Höchstpunktzahl von 165 Punkten eindeutig. Zwar war die Bewertung im Juni mit 175 noch etwas besser, aber auch der Zweitplatzierte DAX hat mit 117 Punkten (Vormonat 118) leicht eingebüßt. Auf Platz 3 vorgearbeitet hat sich der Hang Seng mit 92 Punkten, nachdem es im Vormonat nur zu Rang 5 gereicht hatte. Deutlich verloren hat der Nikkei mit 73 Punkten, der nur noch auf den 6. Platz kommt (Vormonat 3. mit 104 Punkten). Auf den weiteren Plätzen finden sich der S&P 500 (87 Punkte) und der MDax mit 76 Punkten. Wie im Vormonat kann der TecDAX mit 24 Punkten die Vermögensverwalter am wenigsten überzeugen.

 

EZB-Politik stärkt Erwartung einer Euro-Abwertung

Auch auf den Vermögenswerten bleiben die Aussichten positiv. Wie schon im Vormonat liegen die 12-Monats-Erwartungen für den DAX genau 5,0% über dem heutigen Wert von 9.864 Punkten. Auf Jahressicht sehen die Vermögensverwalter den DAX damit deutlich oberhalb der Schwelle von 10.000 Punkten. Auch die Erwartuen für Gold haben sich stabilisiert und liegen bei +1,7% nach +1,5% im Vormonat. Die Erhöh

AMB_201407_06_Kapitalmärkte
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ung mag dem in der Zwischenzeit um gut 100 USD gestiegenen Goldpreis geschuldet sein, der  eine Verstetigung des Aufwärtstrends sieht. Beim Euro-Dollar-Wechselkurs erwarten die Asset Manager weiterhin eine Abschwächung des Euro. Die erwartete Abwertung liegt in der Größenordnung von 2,4% (Juni: 2,7%). Der Euro-Wechselkurs auf Jahressicht entspricht etwa 1,34 USD und damit knapp 3 Ct. weniger als heute.

Konjunkturoptimismus kehrt zurück

Das AssetManagerBarometer steigt auch im Juli und erreicht 67,9 Punkte. Das sind 1,2 Punkte oder 1,9% mehr als im Vormonat. Die Prognose legt noch deutlich stärker zu und ist mit 71,6 Punkten genau 5,0% über dem Vormonatsstand von 68,2 Punkten. Nach dem leichten Knick im Mai ist das AssetManagerBarometer nun wieder auf dem Stand von März und April angekommen, der eine weiterhin positive Bewertung der aktuellen Lage und der Aussichten auf Sicht von zwölf Monaten beinhaltet.

AMB_201407_01_AMB-Stand
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AMB_201407_02_AMB-Prognose
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EZB-Entscheid beeinflusst Portfolios nicht

Die Vermögensverwalter sehen derzeit keinen Änderungsbedarf in ihren Portfolios. 88% verneinen eine Notwendigkeit, nur 8% sagen, dass es Veränderungen der Portfoliostruktur geben müsse. In den Kommentaren wird auf die ohnehin geringe Wirksamkeit der EZB-Entscheidung und dem vor allem auf Banken ausgerichteten Programm hingewiesen. Für Anleger würde sich damit an dem Niedrigzinsumfeld auf längere Sicht nichts ändern.

DAX 10.000 zum Jahresende

Die Vermögensverwalter haben hohe Erwartungen an den DAX. Nachdem dieser erstmals seit Einführung 1988 mit damals 1.000 Punkten Anfang Juni die Marke von 10.000 Punkten übersprungen hat, sehen die Asset Manager ihn weiterhin auf diesem Niveau. Nur 15% halten es für unwahrscheinlich, dass der DAX zum Jahresende über 10.000 steht. Immerhin 66% sehen die Wahrscheinlichkeit dafür über 70%, davon ein knappes Drittel (31%) sogar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (>90%).

EuroStoxx bleibt auf Überholspur

Der EuroStoxx behauptet auch im Juni seine Spitzenposition. Allerdings büßt er fast die Hälfte der Stimmen auf dem 1. Rang ein, wo er nur noch 23,1% erhält. Die jeweils besten Ergebnisse auf dem 2. und 3. Rang machen ihn dennoch wieder deutlich zum favorisierten Index der Vermögensverwalter. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen der DAX mit 118 Punkten und der Nikkei mit 104. Auch hier bleibt die Reihenfolge unverändert. Neuer vierter ist – pünktlih zur WM – der Bovespa, der sich mit einer guten 3. Rang-Platzierung nach vorne schiebt. Schlusslichter bleiben S&P 500 (51) und Hang Seng (59) vor dem deutlich abgeschlagenen TecDax (17).

Euro leidet unter Zinsentscheid

Die aktuelle EZB-Entscheidung hat die Prognose für den Euro deutlich gedrückt. Auf Jahressicht erwarten die Vermögensverwalter eine Abwertung des Euro um 2,5% oder 4 Ct. auf 1,32. Zum Umfragezeitpunkt stand der Euro-Dollar-Wechselkurs bei 1,36 USD. Im Mai hatte der DAX noch einmal Luft geholt und auch die Aussichten der Asset Manager waren etwas verhaltener. Nun nach Überspringen der 10.000-Punkte-Marke geht auch die Prognose der Vermögensverwalter wieder nach oben. Im Durchschnitt erwarten sie ein Plus von +5,0% auf Jahressicht. Entsprechend gedämpft bleiben die Erwartungen für Gold, dem im Durchschnitt nur ein Kursgewinn von +1,5% zugetraut werden.