Nach dem leichten Knick im Mai schätzen führende deutsche Vermögensverwalter die derzeitige Lage in Deutschland zum zweiten Mal in Folge wieder positiver ein. Vor allem der Ausblick auf die nächsten zwölf Monate fällt deutlich besser aus.

Von Wolfgang Ehrensberger, BÖRSE-ONLINE (Link zum Originalartikel)

Asset Manager Barometer 07/2014Das Asset Manager Barometer von BÖRSE ONLINE erreichte im Juli 67,9 Punkte, ein Plus von 1,9 Prozent. Die Prognose für die nächsten zwölf Monate stieg um fünf Prozent auf 71,6 Punkte an. Damit ist das Barometer wieder auf dem Niveau von März und April angekommen. Bewegung gibt es auch bei der Einschätzung der Performance der weltweit führenden Aktienindizes in den kommenden zwölf Monaten. Zwar bleibt der Euro Stoxx auf Rang 1 mit der höchsten Zustimmungsquote, gefolgt vom DAX auf Platz 2. Von Platz 5 auf Platz 3 vorgearbeitet hat sich der aber Hongkonger Hang-Seng-Index. Er verdrängte dort den Nikkei, der nur noch auf Rang 6 kam.

Auch Unrentables findet Käufer

An der Frage nach der Entwicklung der Immobilienpreise in den kommenden fünf Jahren scheiden sich die Geister. Während fast zwei Drittel von weiterhin moderat steigendem Niveau ausgehen, sieht ein Viertel der Befragten Potenzial nach unten. Regional würden die Preise insbesondere in Ballungsräumen wie Berlin, München oder Düsseldorf aber weiter moderat zu legen. Thomas Wüst von der Valorvest Vermögensverwaltung weist darauf hin, „dass der Immobilienboom Verkäufern gute Chancen bietet, sich von unrentablen Immobilien in B-Lagen zu trennen“.

Auf die Frage, welche Anlageoptionen bei Immobilien für Privatanleger am ehesten zu empfehlen sind, fallen die Antworten eindeutig aus: 70 Prozent der Vermögensverwalter empfehlen eine Immobilie zur Eigennutzung. Zur Kapitalanlage empfiehlt das immerhin noch ein Drittel. Für Alexander Daniels von der Knapp Voith Vermögensverwaltung rentieren sich solche Anlagen zumindest in den großen Städten nicht mehr, da die hohen Preise kaum noch Renditen zuließen.

Börsennotierte Immobilienaktien wie Gagfah werden von Investoren wie Karl Stöbich (WSS Vermögensmanagement) als geeignete Anlagealternative gesehen, da sie sowohl von der Vermietungs- als auch von der Verkaufsseite vom Boom profitierten. Zudem entfielen hohe Nebenkosten wie Steuern und Notargebühren.