EZB-Programm beschert allen Anlageklassen Auftrieb

Die EZB hat auf ihrer Januar-Ratssitzung den Ankauf von Staatsanleihen beschlossen. Erklärtes Ziel der Maßnahme ist es, das EZB-Inflationsziel von nahe, aber unter 2% zukünftig wieder zu erfüllen sowie Wachstum und Beschäftigung in der Eurozone zu fördern. Die EZB kauft den Banken über die nationalen Notenbanken für monatlich bis zu 60 Mrd. Euro  Staatsanleihen ab. Bis September 2016 soll damit ein Gesamtvolumen von 1,1 Bill. Euro vom Bankensystem aufgekauft werden können. Die Wirkung des EZB-Programms wird von den Vermögensverwaltern als grundsätzlich positiv für alle Anlageklassen angesehen. Für alle sieben Anlageklassen wird ein durchschnittlich positiver Wertentwicklung erwartet. Besonders hohe Erwartungen werden an Aktien (+1,49 auf einer Skala von -2 bis +2) geknüpft, für die 56% eine eindeutig positive Wirkung erwarten. Weiterhin positiv werden Immobilien (+1,16) und Unternehmensanleihen (+1,12) gesehen. Rohstoffe (+0,49) bilden das Schlusslicht.

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Übernahmejahr 2015

Für 2015 erwarten die Vermögensverwalter einen weiteren Anstieg der Unternehmensübernahmen. 86% sind der Ansicht, dass der Anstieg der Übernahmen 2014 mit deutscher Beteiligung um 52 Prozent auf 200 Mrd. Dollar sich im Jahr 2015 fortsetzen und das Übernahmevolumen weiter steigen wird. Die Mehrheit (82%) erwartet dies auf globaler Ebene – lediglich 4% erwarten dies vor allem außerhalb Europas. 10% sehen für 2015 keinen Anstieg. Die Branchen mit dem größten Übernahmepotenzial sind laut Asset Managern vor allem im Finanz- und Bankenbereich (53%) zu sehen, gefolgt von Energe mit 39% und Handel mit 31%. Auf den Plätzen folgen IT-Servies (27%), BioTech (24%), Kommunikation (22%) und Software (20%). Im Chemie- und Gesundheitsbereich (10% bzw. 12%) wird neben Immobilien (8%) am wenigsten Übernahmepotenzial gesehen.

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Der Ölpreisverfall und seine Folgen

Der Ölpreisverfall wird sich nach Ansicht der Asset Manager nicht mehr verstärken. Nur 17% der Befragten erwarten, dass der Ölpreis bis Mitte 2015 noch deutlich unter die Marke von 67 US-Dollar fallen wird. 43% sind der Ansicht, dass sich Öl auf dem aktuellen Niveau im kommenden halben Jahr stabilisieren wird. Nur 33% gehen davon aus, dass der Ölpreis sich bereits kurzfristig wieder erholen wird. Der Effekt des Ölpreisverfalls ist laut den Vermögensverwaltern eindeutig: 69% erwarten einen deutlich positiven Effekt für die Weltkonjunktur. 31% geben allerdings auch an, dass das Wachstum ungleicher ausfallen wird und insbesondere ölreiche Regionen wie Venezuela oder Russland unter dem Ölpreisverfall leiden werden. Eine ähnliche Entwicklung wie im Zuge der Weltfinanzkrise mit untergehenden Firmen und Anleiheausfällen, die sich negativ auf die Konjunktur auswirken, erwartet nur eine Minderheit von 17% der Befragten.

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Keine Angst vor Rezession in Deutschland

Die Gefahr einer Rezession in Deutschland wird trotz der jüngsten konjunkturellen Rückschlage als gering erachtet. Zwar sehen drei von zehn befragten Vermögensverwaltern die Gefahr bei 50% oder darüber,  aber kaum jemand geht fest davon aus (> 80%). Im Durchschnitt wird die Gefahr einer Rezession nur mit 32, 9% bewertet. Der Ifo-Geschäftsklima-Index war im August zum vierten Mal in Folge zurückgegangen.

Empfehlungen für die private Immobilienanlage

Die Frage nach der richtigen Anlage in Immobilien ist für die Vermögensverwalter eindeutig: 7 von 10 empfehlen eine Anlage in Immobilien zur Eigennutzung. Als Kapitalanlage eignen sich einzelne Objekte aus Sicht von 34% der Befragten, knapp vor Anlagen in Immobilien-ETFs oder Real Estate Investment Trusts (sog. REITs, 31%). Deutlich weniger aufgeschlossen sind die Asset Manager Immobilienfonds. Zwar empfiehlt jeder Fünfte offene Immobilienfonds, von geschlossenen Fonds wird allerdings abgeraten (0%). Auf eine Anlage in Immobilien gänzlich zu verzichten, empfehlen nur 11% der Befragten. Als Alternative Anlageform eignen sich aus Sicht der Befragten auch Aktien von Immobiliengesellschaften, die sowohl auf der Vermietungsseite als auch auf der Verkaufsseite von der aktuellen Immobilienhausse profitieren.

Mehrheitlich steigende Immobilienpreise in Deutschland erwartet

Die Erwartungen bezüglich der Immobilienpreise auf Sicht von fünf Jahren und mehr sind deutlich zweigeteilt. Eine Mehrheit der Befragten (63%) erwartet weiter steigende Preise,  wenngleich keine stark steigenden Preise (0%). Allerdings sieht rund ein Viertel der Befragten deutliches Potenzial nach unten. 20% erwarten eher sinkende Immobilienpreise in Deutschland und 3% sogar stark fallende Preise. Die Kommentare deuten auf eine Zweiteilung hin: Während in Ballungsgebieten wie Berlin,  Hamburg,  München,  Köln,  Düsseldorf und Frankfurt mit weiter steigenden Bewertungen gerechnet wird,  sehen die Vermögensverwalter im Durchschnitt keine Anzeichen für eine Blasenbildung. Der aktuelle Markt biete auch Chancen,  sich von unrentablen Projekten zu trennen.

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EZB-Entscheid beeinflusst Portfolios nicht

Die Vermögensverwalter sehen derzeit keinen Änderungsbedarf in ihren Portfolios. 88% verneinen eine Notwendigkeit, nur 8% sagen, dass es Veränderungen der Portfoliostruktur geben müsse. In den Kommentaren wird auf die ohnehin geringe Wirksamkeit der EZB-Entscheidung und dem vor allem auf Banken ausgerichteten Programm hingewiesen. Für Anleger würde sich damit an dem Niedrigzinsumfeld auf längere Sicht nichts ändern.

DAX 10.000 zum Jahresende

Die Vermögensverwalter haben hohe Erwartungen an den DAX. Nachdem dieser erstmals seit Einführung 1988 mit damals 1.000 Punkten Anfang Juni die Marke von 10.000 Punkten übersprungen hat, sehen die Asset Manager ihn weiterhin auf diesem Niveau. Nur 15% halten es für unwahrscheinlich, dass der DAX zum Jahresende über 10.000 steht. Immerhin 66% sehen die Wahrscheinlichkeit dafür über 70%, davon ein knappes Drittel (31%) sogar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (>90%).